1. ALLGEMEINES
1.1 Der Hausanschlusskanal stellt die Verbindung vom anzuschließenden Objekt (Haus) zur öffentlichen Kanalisation her.
1.2 Wenn Ihr Haus im Kanalisationsbereich der Stadt Villach liegt, stellt der für Ihren Bereich zuständige Verband bzw. die Stadt Villach einen Anschlusspunkt (Kanalrohr oder Kanaleinmündung in einen Schacht) auf Ihrem Grundstück her.
1.3 Der öffentliche Teil der Anschlussleitung (Anschlussschacht oder Abzweiger und Kanalleitung bis unmittelbar hinter Ihre Grundstücksgrenze) wird im Einvernehmen mit dem Anschlusswerber von einer Vertragsfirma des zuständigen Verbandes bzw. einer Vertragsfirma der Stadt Villach auf deren Kosten hergestellt.
1.4 Die verbleibenden Strecken des Hausanschlusskanals sind auf Kosten des Anschluss- werbers zu errichten, instand zu halten und zu warten.
1.5 Folgende Normen sind bei der Errichtung der Hausanschlusskanäle einzuhalten bzw. zu berücksichtigen:
ÖNORM EN 752, Teil 1 bis Teil 7
ÖNORM B 2503
ÖNORM EN 1610
ÖNORM EN 12056, Teil 1 bis Teil 5
ÖNORM B 2501
Diese Normen liegen bei den Verbänden bzw. der Stadt Villach zur Einsichtnahme auf.
1.6 Die Ausführung von Kanalanlagen soll durch befugte Fachfirmen mit qualifiziertem Personal nach den Regeln der Technik und den einschlägigen Normen erfolgen. Auf die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen beim Betreten offener Gräben und Künetten wird hingewiesen. Das Betreten ungesicherter Baugruben ist wegen der Einsturzgefahr lebensbedrohlich!

2. TECHNISCHE EMPFEHLUNGEN
Neben der Einhaltung der Normen empfehlen die Verbände bzw. die Stadt Villach folgende Richtlinien beim Planen und Errichten der Hausanschlussleitungen einzuhalten, um ein zuverlässiges Ableiten des Abwassers zu gewährleisten, Verstopfungen und damit Rückstau in das Gebäude zu verhindern und eine lange Lebensdauer der Anlage zu erreichen.
● Die Kanaltrasse und die Kontrollschächte (Reinigungsschächte) sollen unverbaut und zugänglich bleiben. Tiefwurzelnde Bäume und Sträucher sollen einen Abstand von 2 m von der Kanalachse haben
● Der Kanal soll frostsicher verlegt werden (die Mindestüberdeckung soll 1,2 m betragen, d.h. die Mindestsohltiefe soll bei 1,35 m liegen).
● Das Mindestgefälle soll 2 %, d.h. 2 cm je m in Richtung zum Hauptkanal betragen.
● Der Mindestdurchmesser darf für Rohabwasser DN 150, d.h. 15 cm, nicht unter-schreiten. Bei Verwendung von Kunststoffrohren soll die Rohrsteifigkeit SN 8 betragen.
● Die Linienführung soll möglichst geradlinig erfolgen. Einmündungen sind möglichst mit spitzem Winkel (45 ° oder 60 °) in Fließrichtung auszuführen.
● Lassen sich rechtwinkelige Bögen oder Einmündungen nicht vermeiden, soll ein Putzschacht entweder am Bogen oder der Einmündung oder in einer geraden Strecke unmittelbar davor oder danach eingebaut werden, damit eine Kanalreinigung möglich ist.
● Bei Verzweigung des Hausanschlusskanals sind die erforderlichen Kontrollschächte einzubauen, da eine Reinigung aller Kanalstrecken vom Anschlussschacht aus bei Verzweigungen nicht möglich ist.
● An einen Schmutzwasserkanal dürfen nur Abwasserleitungen aus WC, Bad, Dusche, Küche und Bodenabläufen im Haus angeschlossen werden. Dachrinnen, Terrassenabläufe, Drainagen, Vorplatz- und Garagenentwässerung dürfen nicht angeschlossen werden. Jedwede Einleitung von Fremdwasser in die Schmutzwasserkanalisation ist untersagt.
● Die Rohre sind normgemäß und entsprechend den Verlegerichtlinien des Herstellers auf einem Sand/Kiesbett zu verlegen. Punktauflager führen zu Rohrbrüchen.
● Beim Rohrverlegen bzw. beim Zusammenschluss sowie bei der Herstellung von Schächten ist darauf zu achten, dass kein Fremdmaterial (Erde, Sand, Kies, Steine, Bauschutt, Dichtungsschaum u. dgl.) in den Kanal gelangt.
● Die Schächte sind mit durchgehendem Sohlgerinne auszuführen; die Tiefe der Sohlrinne soll ca. dem Durchmesser der abgehenden Leitung entsprechen.

3. RÜCKSTAUEBENE, RÜCKSTAUVERSCHLÜSSE, HAUSPUMPANLAGEN
(siehe EN 12056-4, Ausgabe 01.12.2000, Seite 6, Bild 1-3)
3.1 Bei der Planung des Hausanschlusskanals und der Inneninstallationen ist die Rückstauebene zu berücksichtigen. Die maßgebliche Rückstauebene liegt in der Regel 10 cm über der Schachtoberkante (Abdeckung des Schachtes) des dem angeschlossenen Objekt in Fließrichtung am nächsten liegenden Kanalschachtes.
3.2 Müssen Entwässerungsgegenstände (WC, Bodenabläufe, etc.) angeschlossen werden, die unter der Rückstauebene liegen, sind entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Austreten und Überflutung mit Abwasser bei einem Rückstau aus dem Kanal zu treffen.
3.3 Folgende Maßnahmen werden empfohlen: – Die Ableitung von Entwässerungsgegenständen, die über der Rückstauebene liegen soll getrennt aus dem Haus geführt werden. – Das Abwasser von Entwässerungsgegenständen unter der Rückstauebene soll zusammengefasst und mit einer Pumpstation (Abwasserhebeanlage) in den Hausanschlusskanal gepumpt werden.
3.4 Wenn Entwässerungsgegenstände, die unter der Rückstauebene liegen im freien Gefälle in den Hauanschlusskanal angeschlossen werden können, ist eine Sicherung mit einer doppelten Rückstauklappe möglich. Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Einbau von Rückstauklappen bzw. Verschlüssen keinen 100%igen Schutz vor Überflutungen und Abwasseraustritten unter der Rückstauebene bietet.

4. ENTLÜFTUNG, GERUCHSVERSCHLÜSSE
Alle Entwässerungsgegenstände sind durch einen Siphon (Wasservorlage) gegen das Austreten von üblen Gerüchen aus der Abwasserleitung geschützt. Damit der not-wendige Druckausgleich im Kanalnetz bei der Kanalbenützung und Luftdruck-schwankungen erfolgen kann, ist es notwendig, dass in Verlängerung der Fallleitung eine Entlüftungsleitung in gleicher Dimension möglichst ohne Verziehung geradlinig bis 30 cm über die Dachhaut und mindestens 1 m über den nächsten Fenstersturz geführt wird. Siphone (Wasservorlagen), bei selten benutzten Abläufen (Bodenablauf, Tropftasse bei Boiler) können austrocknen und es kommt in der Folge zu Geruchsaustritten.


5. DICHTHEITSPROBEN, BESTANDSPLÄNE

5.1 Fertig verlegte Leitungen sind einer Dichtheitsprobe (Druckprüfung mit Luft) zu unterziehen (ÖNORM EN 1610).
5.2 Es wird empfohlen, von den Hausanschlussleitungen Bestandspläne mit Rohrmaterial, Durchmesser, Tiefenlage und Stichmaßen anzufertigen, damit bei späteren Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie bei Zu- und Umbauten die erforderlichen Informationen aus dem Plan entnommen werden können oder diese Informationen an den nachfolgenden Besitzer weitergegeben werden können. Es wird empfohlen, eine Kopie dieser Bestandsunterlagen dem Bauakt im Zuge der Kollaudierung beizufügen.

6. ANSCHLUSS VON ALTANLAGEN
6.1 Bestehende Schmutzwasserableitungen sollen vor oder in der bestehenden Absetzgrube bzw. Dreikammerfaulanlage gefasst werden. Es ist darauf zu achten, dass alle Abwasserausleitungen aus dem Objekt erfasst und zusammengeführt werden.
6.2 Die bestehende Anlage, wie Dreikammeranlage, Absetzgrube oder Senkgrube kann nach dem Absaugen der Fäkalien a.) im Boden durchlöchert, zerschlagen und aufgefüllt werden oder b.) im Boden durchlöchert, aufgefüllt und für den Einbau eines Kontrollschachtes verwendet werden c.) als Regenwasserspeicher verwendet werden. Ein Trockenliegenlassen der Grube birgt Einsturzgefahr in sich und soll auf alle Fälle unterbleiben.
6.3 Eine bestehende Sickeranlage kann nach Überprüfung der Sickerfähigkeit für die Versickerung von Regenwasser weiterverwendet werden, soferne keine gesonderte wasserrechtliche Bewilligung für die Weiterbenützung erforderlich ist.
Villach, März 2006

 

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Tel.: 04242 / 205 DW 4900
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Bereich ehemalige Gemeinde Maria Gail:
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Tel.: 04254 / 2262
FAX: 04254 / 2262 DW 6
e-Mail: awvfaak@aon.atDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Bereich ehemalige Gemeinde Landskron:
Wasserverband Ossiacher See – WVO
Tel.: 04276 / 2260
FAX: 04276 / 2260 DW 16
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